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Zukunftsfähige und innovative Ideen

„Nachhaltigkeit“ ist mittlerweile ein Modewort geworden. Der Begriff ist zwar in aller Munde, jedoch für viele schwer zu fassen. Mehrere städtische Veranstaltungen stellen im Mai und Juni Umwelt und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt und machen greifbarer, wie diese Themen alle im Alltag betreffen.

 

Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Der Begriff „nachhaltig“ ist bereits über 300 Jahre alt. Schon Hans Carl von Carlowitz, im Jahr 1711 Oberberghauptmann am kursächsischen Hof in Freiburg/Sachsen, war in seiner Funktion auch für die Forstwirtschaft zuständig, die damals als Zulieferer für den Erzbergbau angesehen wurde. Er reagierte auf die Ressourcenkrise seiner Zeit, die Holzknappheit, in seiner „Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht“ (1713). Darin ist erstmals von der „nachhaltenden Nutzung des Holtzes“ die Rede. Knapp einhundert Jahre später definierte der deutsche Forstwissenschaftler Georg Ludwig Hartig den Begriff Nachhaltigkeit, wieder in Bezug auf Holz, folgendermaßen: „Die Waldungen so hoch als möglich, doch so zu benutzen zu suchen, dass die Nachkommenschaft wenigstens ebenso viel Vorteil daraus ziehen kann, wie sich die jetzt lebende Generation zueignet“ (1804). Ab den 1990er Jahren wurde der Begriff dahingehend erweitert, dass nicht nur die Natur, sondern auch die Gesellschaft und die Wirtschaft sich nachhaltig, also zukunftsfähig entwickeln sollen.

Aktionstage: 31. Mai bis 5. Juni

Bei einem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen (United Nations, UN) im September 2015 verpflichteten sich alle 193 Mitgliedstaaten zur Umsetzung der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene. „Wir sollen tagtäglich in unseren eigenen Lebensbereichen so gut wie möglich leben, ohne die Chancen unserer Nachfolgegenerationen zu gefährden“, erklärt die ressortzuständige Stadträtin Mag.a Uschi Schwarzl diese Ziele. Innsbruck beteiligt sich heuer an der Nachhaltigkeitswoche vom 31. Mai bis 5. Juni in der Stadtbibliothek: „Bei diesen Aktionstagen sollen der Bevölkerung der Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ nähergebracht und zugleich die UN-Ziele jeder und jedem einzelnen bewusster und bekannter gemacht werden“, so Schwarzl.

 

„Die wichtigen Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz betreffen uns alle in Hinblick auf die Nachfolgegenerationen. Die Aktionstage Ende Mai machen diese vielfältigen Themen anschaulicher und verständlicher.“

Amtsführende Stadträtin Uschi Schwarzl

Amtsführende Stadträtin Uschi Schwarzl

Umweltpreis 2018

Das Thema Umweltschutz bzw. -management ist breit gefächert und umfasst Themen wie Luftreinhaltung, Abfallvermeidung, -trennung und -entsorgung, Gewässerschutz, Lärmschutz, Mobilität, Energieeinsparung, Naturschutz, Umweltbildung, Klimaschutz oder allgemeine Umweltvorsorge. Für besonders gute Ideen und wertvolle Denkanstöße aus der Bevölkerung zu diesen Themenfeldern wird alle zwei Jahre der Umweltpreis der Landeshauptstadt Innsbruck ausgeschrieben. „Diese Ideen sind zur Nachahmung empfohlen. Mithilfe dieser Auszeichnung machen wir innovative Ideen und geniale Einfälle publik und geben ihnen eine größere Plattform“, erklärt Stadträtin Schwarzl die Intention der Auszeichnung.

Der Preis wird für fünf eingereichte Projekte vergeben, drei davon (aus den Kategorien Kinder/SchülerInnen und Privatpersonen) erhalten ein Preisgeld von insgesamt 5.000 Euro. Allen PreisträgerInnen wird eine Urkunde und die Berechtigung zur Führung der Bezeichnung „TrägerIn des Umweltpreises der Stadt Innsbruck“ verliehen. Gefragt sind Aktivitäten und Projekte, die die Umwelt und Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Ideen aus der Bevölkerung

Die Verleihung des Umweltpreises 2018 bildet den Abschluss der Nachhaltigkeitswoche am Mittwoch, 5. Juni, in der Stadtbibliothek. Zwölf Bewerbungen wurden bis Ende Dezember 2018 beim zuständigen Referat Verkehrs- und Umweltmanagement eingereicht. 2016 erhielt der Innsbrucker Karl Heinz Langhofer den Preis für sein Lebenswerk Projekt „Innufer- und Flurreinigungen“. Weiters wurden das Projekt „Sauberer Schulgarten – Wir können unsere Umwelt selbst gestalten“ der Daniel-Sailer-Schule und der Bau von Waschtisch-Sinkstoffabscheidern der Tiroler Fachberufsschule für Installations- und Blechtechnik geehrt.

Aktionstage „Nachhaltigkeit“

„Gemeinsam stark für Umwelt- und Klimaschutz für eine lebenswerte Zukunft“ ist das Motto der Aktionswoche von 31. Mai bis 5. Juni in der Stadtbibliothek. Das Programm bietet Filme, Workshops und Vorträge zu Umweltthemen. Weitere Informationen unter: https://stadtbibliothek.innsbruck.gv.at/de/programm/programm/5-0.html

AS