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Klangbäume

Die alten Bäume am Vorplatz des neuen Haus der Musik Innsbruck präsentieren in einer visuell-musikalischen Symbiose die im Haus vereinten Institutionen und erzählen aus der Vergangenheit.

Die Mitgestaltung des diesjährigen Science Festivals im Rahmenprogramm des 350-jährigen Jubiläums der Universität Innsbruck gibt Anlass, die im neuen Haus der Musik bereits entstandenen Synergien zu fördern und diese auf bemerkenswerte Art und Weise der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Im Zuge der Eröffnung des Haus der Musik Innsbruck wurde auch der Vorplatz der modernen Einrichtung neu gestaltet – neben dem Leopoldsbrunnen sind allein die drei alten Bäume vor dem Haus als stumme Zeitzeugen geblieben. Deren Schweigen findet mit dem Projekt „Klangbäume“ zum Frühlingserwachen ein Ende. Der Name „Klangbäume“ ist hierbei Programm: Mit einem aufwendigen 18-Kanal-Soundsystem, rätselhaft verborgen in den drei (mächtigen) Bäumen, wird der Vorplatz des Haus der Musik über mehrere Wochen dynamisch und äußerst publikumswirksam belebt.

Musik und Performance vom 01.06 – 30.06.2019

30 Tage Klanginstallation zum Science Festival, welche im Rahmenprogramm des 350-jährigen Jubiläums der Universität Innsbruck am 15.06.2019 ihren Höhepunkt feiert.

Ein ausgewähltes Repertoire 30 bis 90 Sekunden kurzer Klangimpulse bildet den Kernpunkt der mehrwöchigen Klanginstallation. Versteckt im dichten Frühlingslaub der Bäume erklingen über das Freilicht-Surround-Soundsystem ganztägig in unregelmäßigen Intervallen geheimnisvoll abwechslungsreiche Klänge – sogenannte Jingles. Als musikalische Visitenkarten mit Wiedererkennungswert, professionell voreingespielt und kompositorisch innovativ verarbeitet, präsentieren diese die Vielfalt der im Haus der Musik beheimateten Institutionen.

Hannes Kerschbaumer verarbeitet als projektbegleitender Komponist das in äußerst aufwendigen Aufnahme-Settings vorbereitete Tonmaterial und ergänzt es in Bezug auf die unterschiedlichen Genres durch einen stilistisch verbindenden Rahmen.

Harry Triendl ermöglicht es als verantwortlicher Aufnahmeleiter, die in Mehrkanaltechnik aufgezeichneten Tonspuren räumlich-dynamisch über den gesamten Vorplatz erklingen zu lassen.

„Die hier erstmals klar zum Ausdruck kommenden Synergien zwischen allen namhaften Musikinstitutionen des Landes spiegeln durch verhältnismäßig große Einbindung Subkultureller Szenen die erwünschte Offenheit des Hauses wider und verschaffen erste Einblicke in das unter einem Dach beheimatete künstlerische Potential“, so Ideengeber Ferdinand Holzmann, welcher als Künstlerischer Leiter für das Projekt Klangbäume gewonnen werden konnte.

Von zeitgenössischen Raumklängen bis hin zu revuepassierenden Hörerlebnissen der Musik vergangener Jahrhunderte erlebt und belebt das Publikum im allabendlichen Konzert der Bäume den geschichtsträchtigen und inzwischen neu gestalteten Vorplatz.

Einen weiteren Programmschwerpunkt erlebt das musikinteressierte Publikum in Form eines allabendlichen Konzertgrußes. Im Vordergrund steht hier der Rückblick in die vielfältige Musiklandschaft des geschichtsträchtigen Platzes, welcher mit Veranstaltungshäusern angefangen bei den Alten Stadtsälen, dem Landestheater, der Hofburg und schließlich auch dem neuen Haus der Musik seit jeher als besonderer Ort der Zusammenkunft erlebt wurde. Mit abwechslungsreich revuepassierenden Hörerlebnissen der Musik vergangener Zeiten lädt der inzwischen neu gestaltete Vorplatz zum gemütlichen Verweilen ein und verabschiedet sich mit einem Konzert der Bäume in die Nachtruhe.

Visuell-musikalische Gesamtperformance im partizipativen Setting zum Fest der Wissenschaften am 15.06.2019

Ein fulminantes und allseits zusammenführendes Happening, gemeinsam und live dargeboten von den im HdM beheimateten Institutionen, bildet unter Einbeziehung freier subkultureller Szenen den Höhepunkt des diesjährigen Fest der Wissenschaften.

Das aus dem Konzertsaal live dargebotene Happening resultiert durch elektroakustische Manipulation in völlig neue Klangfarben, welche zu einem wesentlichen Teil durch die Reaktionen der Zuhörer mitgetragen werden. Das Publikum kann mittels seiner leuchtenden Mobilephones die musikalische Live-Performance, welche über das Soundsystem in den Bäumen am gesamten Vorplatz erklingt, beeinflussen. Lichtsensoren übertragen in Echtzeit die Bewegungsimpulse der hochgehaltenen Smartphones in den Konzertsaal. Dargestellt als sich wandelnde Fragmente graphischer Notation setzen Musikerinnen und Musiker die vom Publikum ausgehenden Lichtimpulse in Klang um. Darüber hinaus liefert wiederum das im interaktiven Setting gewonnene Tonsignal die benötigten Daten für die auf den Bäumen wiedergegebenen Live-Visuals und spannt einen Interaktionsradius ausgehend vom Publikum hinein in den Konzertsaal bis über den gesamten Vorplatz.

Die von Felix Gorbach und Hanno Mayer gestalteten Lichtprojektionen verleihen den Bäumen ein auf die Musik abgestimmtes Erscheinungsbild und ermöglichen eine ineinandergreifende Gesamtperformance.

Die musikalische Reise führt über eine 45-minütige Performance quer durch alle Genres und beinhaltet neben der Zusammenführung aller namhaften Musikinstitutionen des Landes die intensive Einbindung freier Kulturszenen. Für einen ganz speziellen Moment der Aufheiterung sorgt dabei das Ensemble Feinripp. „Es ist mir doch tatsächlich gelungen, drei der begnadetsten Schauspieler unseres Landes davon zu überzeugen, dass sie jeweils einen Baum spielen“, schmunzelt Ferdinand Holzmann vor sich hin und bedankt sich im Namen seines gesamten Teams bei allen Mitwirkenden für ihre Professionalität und die vielen wertvollen Momente.

Im Konzertsaal selbst bleibt dem insgesamt 60-köpfigen Ensemble der direkte Sichtkontakt zum Publikum verborgen. Allein durch das von Marvin Smith geleitete Filmteam, welches die Livebildübertragung auf eine am Vorplatz positionierte Großleinwand realisiert, bekommen die Zuhörer Einblicke ins Innere der nach draußen pulsierenden Musikresidenz.

Die in seiner audiovisuellen Gesamtheit dargebotene Inszenierung ist über die gemeinschaftlich- künstlerische Darbietung hinaus auch ein hoch technologisiertes Unterfangen. Die Umsetzung des künstlerischen sowie technischen Meisterwerks erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den hausinternen Mitarbeitern und spricht für einen äußerst gewinnbringenden Austausch zwischen Institutionen der Hochkultur in Verbindung mit dem sympathischen und originellen Spirit freier- subkultureller Szenen.